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Wie sichere ich mein Portfolio bei einen drohenden Crash?

Disclaimer

Bitte beachte meinen Haftungsausschluss. Ich betreibe keinerlei Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus. In allen Wertpapieren, ETFs, Kryptowährungen und P2P-Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen! Links und Codes zu den P2P-Plattformen, sind in der Regel Affiliate-Links, bei denen du Vorteile hast und ich eine kleine Provision verdiene.

Zurzeit erleben wir in den Börsenmärkten ungeheures Wachstum und immer weiter steigende Kurse, befeuert durch das derzeit billige Geld der EZB und anderen Notenbanken, das auf den Markt gepumpt wird. Die Weltwirtschaft hat sich in den letzten von der letzten Finanzkrise leicht erholt und mittlerweile zeichnen sich die ersten Abkühlungszeichen auf. Seit der letzten großen Finanzkrise sind bereits 10 Jahre vergangen und viele sehen den nächsten Crash bereits vor der Haustüre stehen. Wann kommt der nächste große Crash? Das weiß niemand!
Es gibt bereits Anzeichen der Abkühlung, aber das kann auch nur von kurzweiliger Dauer sein und die Weltwirtschaft könnte im nächsten Jahr wieder stark anziehen. Keiner von uns kann die Zukunft vorausahnen und auch wenn wir seit 10 Jahre keine große Wirtschaftskrise erlebt haben, kann es sogar sein, dass wir in den nächsten 10 Jahren keine Krise erleben werden. Trotz der Gefahren, die ungewiss in den Sternen geschrieben sind, wäre ein Investitionsstopp ein großer Fehler. Die Investitionstätigkeiten sollten weiterhin im Rahmen der finanziellen Situation weitergetrieben werden.

Welche vorbeugenden Maßnahmen kann ich einleiten?

Ein vollständig risikofreies Portfolio wird es niemals geben. Allerdings gibt es Möglichkeiten, das Portfolio zu stabilisieren bzw. zu schützen. Nehmen wir an wir haben ein Portfolio von 100.000€ und nun stürzen wir in eine Weltwirtschaftskrise, die Kurse fallen ins bodenlose und unser Portfolio ist plötzlich nur noch 30000€ wert, damit haben wir ein Buchungsverlust von 70000€. Ich denke bei diesem Verlust wird jedem erstmal der Atem ins stocken geraten und auch wenn jemand sagt wir sollen uns nicht von den Emotionen leiten lassen, wäre es fahrlässig das Portfolio nicht irgendwie zu schützen. Ein Verlust von 50% ist verkraftbarer als ein Verlust von 70%. Wir sind auch nur Menschen und Emotionen beinflussen unsere Entscheidungen und niemand kann die Emotionen komplett ausblenden.

Maßnahme 1: Diversifikation

Wie sagt man so schön: “Nicht alle Eier in einen Korb legen”. Versuche dein Vermögen möglichst auf verschiedene Anlageklassen zu verteilen. Mein Portfolio ist auf folgende Anlageklassen gestreut: “Bargeld, Peer-to-Peer-Lending, ETFs (World, Emerging Markets, Bonds, Dividends), Gold und Kryptowährungen.
ETFs bieten eine sehr gute Diversifikation, weil diese einen kompletten Index replizieren ( Mehr zum Thema ETFs). In meinen Portfolio habe ich mittlerweile auch Anleihen-ETFs integriert, um das Risiko des Portfolios etwas zu reduzieren.

Maßnahme 2: Gold

Sobald die Unsicherheit auf den Märkten wächst, scheint Gold zu diesen Zeiten ein gutes Investment zu sein. Ein kleiner Anteil von Gold im Portfolio kann sich in einer Krise zum Fels in der Brandung entwickeln. Zu Krisenzeiten stürmen sich alle auf Gold und die Kurswerte explodieren. Gold hat deshalb einen Mehrwert für viele Investoren, weil es im Gegensatz zum Papiergeld in begrenzter Menge vorhanden ist und die Förderung von Gold mit erheblichen Aufwand verbunden ist. Papiergeld hingegen nützt nur solange als Tauschmittel, wenn wir darauf Vertrauen können, dass die Währung morgen und auch in den nächsten Jahren seinen Wert behalten wird. Papiergeld kann zudem von den Regierungen in unbegrenzter Menge gedruckt werden, um die Geldmenge im Umlauf zu erhöhen, was bereits von vielen internationalen Notenbanken rigoros betrieben wird. Leider ist auch Gold eine sehr volatile Anlageklasse und der Goldwert kann sehr stark schwanken.

Maßnahme 3: Immobilien

Immobilien können in Krisenzeiten eine sichere Einnahmequelle darstellen und weisen eine sehr gute Wertbeständigkeit auf. Wohnraum wird auch in Krisenzeiten benötigt, dennoch können auch Immobilien Wertverluste erleiden und zwar wenn ein Großteil der Immobilienbesitzer ihre Häuser und Wohnungen für die Sie einen Kredit aufgenommen haben, nicht mehr finanzieren können. Dieses Phänomen geschah auch bereits in der Finanzkrise 2008, in der Immobilien in den USA sehr stark an Wert verloren haben. In guter Lage und guten Zustand, erweisen sich Immobilien jedoch als solide Vermögensanlagen und können langfristig positiven Cashflow erzeugen. Nachteilig bei Immobilien sind die hohen Geldsummen, die für den Kauf einer Immobilie benötigt werden. Für Privatpersonen kommen Immobilien meist nur zum Zweck der Eigennutzung und als langfristige Vermögensanlage in Betracht.

Maßnahme 4: Reserven aufbauen und Kosten reduzieren

Im Zuge einer Krise verschlechtert sich die Auftragslage vieler Unternehmen und sie erzielen weniger Umsatz und Gewinn. Das hat gleichzeitig zur Folge, dass diese Unternehmen Kosten sparen müssen und folglich kommt es in Krisen häufig zu Massenentlassungswellen. Es ist ein Teufelskreis, denn die Unternehmen erwirtschaften weniger Gewinn, daraufhin entlassen sie Mitarbeiter, um Kosten zu sparen und gleichzeitig haben die Privathaushalte weniger Geld zur Verfügung und das verringert zudem den Konsum, was sich wiederum negativ auf viele Unternehmen auswirkt.
Diese Maßnahmen können jedes Unternehmen treffen und in einen solchen Fall ist es für Dich als Arbeitnehmer besonders wichtig, dass Du auf Reserven zurückgreifen kannst, um die Lücke temporär überbrücken zu können, bis Du einen Job gefunden hast. Das erspart dir Stress und verhindert, dass du unter deine laufenden Kosten versinkst. Um die Reserven schneller aufzubauen, ist es zudem ratsam die eigenen Kosten etwas zu reduzieren.
Hier gibts weiter zur Anleitung zum Supersparer

Maßnahme 5: Cashanteil erhöhen

In der voriegen Maßnahme wurde bereits erwähnt, dass man für eine bevorstehende Krise Notreserven aufbauen sollte, um Lücken für eine kurze Zeit überbrücken zu können, allerdings ist es auch sinnvoll den Cashanteil des Portfolios zu erhöhen. Besonders bei einer starken Marktkorrektur können bestimmte Aktientitel bzw. Investitionen nun besonders günstig bewertet sein oder es eröffnen sich im Laufe der Zeit attraktive Chancen, die man durch die Cashreserve nun ergreifen kann. Die Cashreserve dient lediglich zum Ergreifen von Opportunitäten, die sich im Markt eventuell ergeben und als Notreserve.

Person hält Bargeld

Maßnahme 6: Schuldenanteil verringern

Im schlimmsten Fall verlierst Du dein Wohneigentum, weil du das Darlehen der Bank nicht mehr bedienen kannst. Solltet Ihr solche Schulden haben, dann stellt unbedingt sicher, dass Ihr die Schulden auch in schwierigen Zeiten bedienen könnt! Am Besten in Form einer Notreserve, wie bereits oben besprochen. Versuche die teuersten Kredite zuerst abzubezahlen und dann nach der Reihenfolge der Zinshöhe zu gehen. Je früher ihr einen Kredit abzahlt, umso weniger Zinskosten habt ihr am Ende, die ihr bezahlen müsst. Der Abbau von Schulden entlastet zudem euren Cashflow und es ermöglicht finanzielle Flexibilität.

Maßnahme 7: Rebalancing

Überprüfe die Risikoallokation deines Portfolios, besonders wenn risikoreichere Assetklassen im Portfolio starken Wertzuwachs zu verzeichnen hatten und damit ein Ungleichgewicht im Portfolio verursacht haben. Nehmen wir an, wir haben 20000€ in Aktien und 2000€ in Anleihen investiert. In den letzten Jahren ist der Wert unser Aktien auf 40000€ angestiegen, aber unsere Anleihen haben lediglich einen Wertzuwachst von 500€ verzeichnen können. Zu Beginn hatten wir eine Assetallokation von 90% Aktien und 10% Anleihen und nach dem Wertzuwachs der Aktien ist der Anteil der Anleihen auf 6,25% geschrumpft. Folglich ist das Risiko unseres Portfolios mitgewachsen und möglicherweise stimmt die Assetallokation nun nicht mehr mit unserer Risikoaversität überein. Es ist nun Zeit das Portfolio zu “rebalancen”, indem wir entweder einen Teil unser Aktiengewinne verkaufen und damit neue Anleihen zu kaufen und damit unseren Anleihenanteil zu erhöhen oder wir kaufen nur Anleihen zu und erhöhen somit den Anteil.

Warum ist das wichtig?
Jeder Mensch hat einen anderes Verhältnis zum Risiko. Ss gibt risikofreudige und risikoaverse Menschen und einen risikoaversen Menschen kannst du kein Portfolio mit 100% Aktienanteil andrehen. Außerdem mögen risikoaverse Menschen mehr Sicherheit und Kontrolle im Portfolio und im Leben. Für das Gemüt von risikoaversen Menschen ist es einfach besser, wenn das Portfolio einen Anleihenanteil von 10-30% aufweist und bei einer starken Marktkorrektur dieser “sichere” Anteil als ein Schutzpuffer dient. Ein Portfolio, dass zu 100% aus Aktien besteht, wird im Vergleich zu einen Portfolio mit nur 60% Aktienanteil, größere Verluste bei einer Marktkorrektur erleiden. Aus diesem Grund ist “rebalancing” wichtig, um das Portfolio unserer Risikoaversität gleichzurichten und damit es im Einklang mit unserer Strategie bleibt.

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