Wachtum

Wie setze ich mein ETF-Portfolio zusammen?

Disclaimer

Bitte beachte meinen Haftungsausschluss. Ich betreibe keinerlei Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus. In allen Wertpapieren, ETFs, Kryptowährungen und P2P-Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen! Links und Codes zu den P2P-Plattformen, sind in der Regel Affiliate-Links, bei denen du Vorteile hast und ich eine kleine Provision verdiene.

ETFs bilden einen Wertpapierindex nach, dadurch investiert man gleichzeitig und ohne viel Mühe in einen breitgefächerten Index und kauft sich somit automatisch eine gute Diversifikation mit ein. Nun werden bereits zig Tausende ETfs auf den Markt angeboten und man steht vor der Frage, in welche ETFs investiere ich am besten?

Es gibt dafür keine perfekte Antwort, sondern hängt die Zusammensetzung vor allem aber auch von der eigenen Risikoaversität ab. Gerd Kommer beschreibt in seinen Buch “Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs (2011)”, dass das Portfolio aus zwei Grundbausteinen besteht, zum Einen aus dem risikobehafteten Teil und dem “risikofreien” Teil. Risikofreie Anlagen sind beispielsweise Staatsanleihen der Bundesrepuplik Deutschland, Tages- bzw. Festgeldkonten. So wäre es zu empfehlen sich beim risikobehafteten Teil für ein sogenanntes Wertportfolio zu entscheiden, der die Wertentwicklung von diversen Industriestaaten nachbilden tut. Zum Beispiel spiegelt der MSCI World Index die Weltmarktkapitalisierung sehr gut nach. Es gibt ETFs, die sich neben Aktienmarktindizes, auch auf Anleihen- oder Immobilienmärkte konzentrieren.

Thesaurierend oder Ausschüttend

Bei der Auswahl von ETFs gibt es zudem die Unterscheidung zwischen thesaurienden und ausschüttenden ETFs. Bei einem thesaurienden ETF werden die Gewinnausschüttungen der Unternehmen, in den ETF reinvestiert, dabei entstehen für den Anleger selbst direkt keine Kosten und die zusätzlichen Anteile des Indexfonds, bedeuten wiederum potentielles Wachstum für den ETF. Ausschüttende ETFs schütten die Dividenden der Unternehmen anteilig an die Anleger aus. Welche Option bevorzugt werden sollte, hängt tatsächlich von persönlichen Präferenzen ab. Ist man von den Ausschüttungen abhängig, um die eigenen laufenden Kosten abzudecken, dann sollte man sich für einen ausschüttenden ETF entscheiden. Hat man das nicht vor, dann ist es wohl ratsamer in einem thesaurierenden ETF zu investieren, denn das reinvestierte Kapital sorgt für zusätzliches Wachtum des ETFs.

 

In welche ETFs investieren?

Es gibt unterschiedliche Kategorien, womit sich ETFs unterteilen lassen können. Es existieren ETFs, die sich auf bestimmte Regionen konzentrieren oder aber auch Indexfonds, die sich auf bestimmte Branchen wie zum Beispiel den Gesundheitssektor im Fokus haben. Der MSCI World Index deckt die Marktkapitalisierung von insgesamt 27 Industrieländern ab und bietet damit bereits eine gute Diversifikation an. Aufgrund der Marktdominanz amerikanischer Börsen, stellen Unternehmen aus den USA 59,15% des Gesamtportfolios dar (www.msci.com). Angesichts der globalen Aufstellung des Index, sind ETFs, die MSCI-Indizes nachbilden weitaus breiter, repräsentativer und damit besser diversifiziert als die populären Indizes, wie z.B. der DAX. (Gerd Kommer 2011).

Der MSCI-World-Index lässt sich optimal mit dem Gegenstück MSCI EMERGING MARKETS INDEX kombinieren, welcher in 23 Schwellenländer investiert. Neben großen Unternehmen, werden auch mittel-große Unternehmen im Index berücksichtigt.

Schwellenländer liefern bei langfristiger Betrachtung die höchsten Renditen aller wesentlichen Aktien-Asset-Klassen und sie korrelieren mit Industrieländeraktien geringer als lndustrieländeraktien unterschiedlicher Regionen untereinander. (Gerd Kommer, Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs, S.183)

Ein Weltportfolio wäre kein richtiges Weltportfolio, wenn es nicht Anteile an Ermerging Markets ETFs besitzt. Indizes in Schwellenländer sind risikoreicher und sollten daher nur mit langfristigen Anlagehorizont mit ins Portfolio aufgenommen werden. Dennoch ist die Diversifkation über Industrie-, sowie Schwellenländer schon bereits sehr gut. Auch wenn Schwellenländer politische, infrastrukturelle oder/und politische Instabilitäten aufweisen, herrscht in vielen Schwellenländern enormes Wachstumspotential, sobald einige der Stolpersteine aus dem Weg geräumt worden sind, als im Vergleich zu den Industriestaaten.

 

Anleihen-ETFs ins Gesamtportfolio?

Soll ich Anleihen-ETFs in mein Gesamtportfolio integrieren? Wie wir wissen liefern uns Anleihen meistens sichere und vorhersagbare Ergebnisse, denn eine Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier. Es werden Zahlungen für einen gewissen Zeitraum vereinbart und am Ende der Laufzeit erhält man den Nennbetrag der Anleihe wieder.

Ein Anleihen-ETFs bündelt Anleihen vieler verschiedener Ausgeber und macht sie angesichts der Diversifikations und der einfacheren Handelbarkeit auf der Börse, äußerst attraktiv für den Anleger. Mit einem Anleihen-ETF kauft man sich automatisch die Diversifikation mit ein 😉

Allerdings gibt es bei einem Anleihen-ETF auch einige Nachteile und zwar gilt zu beachten, dass ein ETF im Gegensatz zu einer normalen Anleihe keine Fälligkeit besitzt. Wenn ich beispielsweise eine Anleihe für 100€ mit einen Zinssatz von 5% erwerbe, dann erhalte ich neben den Zinsgutschriften, am Ende auch den vollen Nennbetrag der Anleihe zurück. Bei einem ETF ist das anders, der ETF hält verschiedene Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten und sobald zugehörige Anleihen im ETF auslaufen, investiert das Management in neue Anleihen um die durchschnittliche Fälligkeit des ETFs aufrechtzuerhalten.

Beispiel: ISHARES $ TREASURY BOND 1-3YR UCITS ETF zum Kurs von 117,43€. Wenn ich diesen ETF kaufe, dann erhalte ich Anteile des ETF, aber ein ETF ist keine wirkliche Anleihe, sondern dieser hält selbst lediglich eine bestimmte Menge von Anleihen und wird daher niemals fällig. Nehmen wir an, die Zentralbanken erhöhen die Leitzinsen, dann werden die Anleihen in diesem ETF unattraktiver, weil neuere Anleihen sich dem neuen Leitzins langsam annähern werden. Da der ETF auf der Börse gehandelt wird und der Preis von der Börse bestimmt wird, wird der Preis des ETFs fallen (z.B. auf 100€). Dann verliert der ETF an Wert und der Verkaufspreis auf der Börse fällt geringer aus! Das heißt Anleihen-ETFs besitzen ein Wertverlustsrisiko!

Ok und für welche Option entscheide ich mich nun? Nun einzelne Anleihen bieten im Vergleich zu Anleihen-ETFs nicht mal annähernd diese breite Diversifikation und auch aufgrund der Handelbarkeit auf den Börsen sind Anleihen-ETFs viel liquider als normale Anleihen. Die mit eingekaufte Diversifikation und Handelbarkeit, geht mit dem  Volatilitätsrisiko einher und diese Entscheidung gilt es mit der eigenen Risikoaversität zu vereinbaren.

 

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