Warum investiere ich in P2P-Kredite?

Für viele ist der Begriff P2P-Kredite noch Neuland, geschweige von P2P als Anlagemöglichkeit. Meine erste P2P-Plattform war Auxmoney, eine deutsche Kreditvermittlungsplattform und in Auxmoney bin ich seit 2015 investiert. Ich muss ehrlich sagen funktionell und äußerlich hat sich bei Auxmoney in diesen Jahren fast nichts geändert. Die Plattform ist vom Design fast identisch geblieben und dennoch gehört Auxmoney zu meiner Lieblingsplattform, aber dazu später mehr. Seitdem habe ich begonnen meine Investments in P2P weiter auszubauen, mittlerweile sind es bereits 10 Plattformen. Generell sind die ganzen Crowdfunding und Crowdlending Plattformen eine sehr interessante Entwicklung. Es ermöglicht Einzelnen anteilige Investitionen zu tätigen, um damit in großen Projekten Teilhabe zu erhalten. Heutzutage ist es möglich über solche Plattformen indirekt in Immobilien, Start-Ups und Kredite zu investieren. Das ermöglicht neue Anlagemöglichkeiten und hilft uns unser Portfolio zu diversifizieren.

Disclaimer

Bitte beachte meinen Haftungsausschluss. Ich betreibe keinerlei Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus. In allen Wertpapieren, ETFs, Kryptowährungen und P2P-Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen! Links und Codes zu den P2P-Plattformen, sind in der Regel Affiliate-Links, bei denen du Vorteile hast und ich eine kleine Provision verdiene.

Was ist P2P und was hat es mit der Rückkaufgarantie auf sich?

P2P ermöglicht es Privatanlegern Geld auf der Plattform anzulegen und indirekt in Kredite zu investieren. Dabei gibt es verschiedene Geschäftsmodelle, zum Beispiel investiert man bei Mintos in Kredite von Kreditanbahner, das heißt Mintos tritt eigentlich nur als Vermittler auf und gibt keine eigenen Kredite aus und dann gibt es Plattformen wie Bondora oder Viainvest, die selber Kredite ausgeben und Du als Privatinvestor kannst in diese Kredite investieren. Wir investieren in Kredite, aber zugleich auch in die P2P-Plattform und das ist für mich der springende Punkt. Viele dieser Plattformen werben mit Rückkaufgarantien für überfällige Kredite und das scheint uns das Gefühl zu geben, dass sich das Risiko verringert, tut es aber nicht! Die Rückkaufgarantie verschleiert bzw. verschiebt nur das Kreditausfallrisiko. Jetzt in der Corona Krise haben wir gesehen, dass die Garantie auch nur solange greift, wie auch die Unternehmen liquide und nachhaltig agieren. Wir müssen also hier das Big Picture betrachten!

Zusammenfassend können wir sagen, dass du bei P2P-Kredite zwar dein Geld in Kredite investierst, die von einer Plattform oder von Kreditanbahner ausgegeben werden, aber letzlich bist du auch extrem abhängig vom Management und Geschäftsmodell der P2P-Plattform. Bedenke, dass du bei einer P2P-Plattform nicht in ein Unternehmen mit jahrzehntelanger Unternehmensgeschichte und Milliardenumsatz investiert. Es sind meistens relativ junge und kleine bis mittelständige Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass SAP, Daimler oder Apple insolvent gehen ist geringer als bei kleinen P2P-Plattformen.

Warum sollte ich in P2P investieren?

Das Risiko scheint bei P2P-Plattformen also höher zu sein, als bei traditionellen und etablierten Unternehmen und dennoch wächst der P2P Markt sehr schnell. Für mich gibt es mehrere Gründe weshalb ich in P2P-Plattformen investiere und zwar bin ich nicht nur auf einer Plattform investiert, sondern habe mein Geld auf mehrere verschiedene Plattformen verteilt, wobei einige etwas schwerer ins Gewicht fallen als Andere.

Grund Nummer 1 ist die Diversifikation und zwar aufgrund der derzeitigen Zinspolitk, haben wir keine andere Wahl als nach neuen Investitionsmöglichkeiten zu schauen und P2P ist eine gute Position, um das Portfolio etwas durchzumischen.

Grund Nummer 2 sind die regelmäßigen Zinszahlungen und hohen Zinssätze. Die Dividendenstrategie ist eine beliebte Form des Investierens, dabei investiert man in Unternehmen mit regelmäßigen und soliden Dividendenausschüttungen. Die Ausschüttungen stellen eine Art passives Einkommen dar mit denen wir weitere Investments tätigen oder unsere laufenden Lebenserhaltungskosten finanzieren können. So ähnlich sieht es für mich bei P2P-Krediten aus und zwar generieren diese Plattformen regelmäßige Auszahlungen in Form von Kredittilgungen und -zinsen, die wiederum ein zusätzlichen Einkommensstrom bilden. Im Schnitt lassen sich mit P2P-Kredite über 10% an Zinsen vor Steuern erzielen, was nicht gerade wenig ist.

Grund Nummer 3 ist die Innovation. P2P-Plattformen sind FinTech-Unternehmen, die mit innovativen Ideen und Geschäftsmodellen, den traditionellen Bankenmarkt, verändern. P2P-Plattformen sind meist online-technischer Natur und haben meist keine eigenen Filialen. Die meisten Aktivitäten werden über das Internet abgewickelt und dadurch haben P2P-Plattformen eine kostengünstige Struktur im Vergleich zu traditionellen Banken. P2P-Plattformen ermöglichen es auch Privatinvestoren in Kredite oder Immobilien zu investieren und das schon mit kleinen Geldbeträgen. Diese Unternehmen ermöglichen es den Mittelstand bzw. den kleinen Privtainvestor in neue Bereiche zu investieren, die vorher überwiegend von institutionellen Akteuren beherrscht wurden. Zum Beispiel können Privatpersonen mit EstateGuru, Bergfürst, Exporo und BulkEstate etc. nun auch in Immobilien investieren.

In welche P2P-Plattformen bin ich investiert?

P2P-PlattformAnteil
EstateGuru19,51%
Bondora1,8%
Bondora Go&Grow2,47%
Mintos26,82%
Auxmoney26,28%
Bergfürst14,27%
Peerberry0,48%
RoboCash3,6%
Viainvest1,14%
Moncera1.12%
Anteile P2P-Plattform im P2P-Investment

Von meinen anteilig größten P2P-Plattformen habe ich viel Geld abgezogen (EstateGuru und Mintos) und in neue Plattformen reinvestiert. Ich versuche derzeit die Investitionssumme auf mehrere Plattformen zu verteilen, um die Diversifikation zu verbessern. Diversifikation ist auch im P2P-Bereich unser größter Freund! Insgesamt habe ich 4 neue Plattformen ins Portfolio geholt (Peerberry, RoboCash, Viainvest und Moncera). Ich habe mir viele Plattformen angeschaut und diese 4 haben mich überzeugt und werde derzeit von mir getestet. Ich beginne bei den neuen Plattformen erstmal mit kleineren Summen, um ein Gefühl zu bekommen und am Ende entscheide ich, ob ich mehr Geld einzahlen werde. Auf Mintos gibt es bereits einige Kreditanbahner mit Zahlungsschwierigkeiten und Zahlungen sind dort vermehrt ausstehend. Wie bereits oben erwähnt, habe ich bei Auxmoney meine gewünschte Portfoliogröße erreicht und es wird erstmal kein neues Geld eingezahlt und die erhaltenen Zinsen werden nun erstmal abgehoben. Zudem sind die meisten Autopilot-Einstellungen vermehrt auf kurzfristige Kredite ausgerichtet, um die Flexibilität meines Portfolios zu erhöhen.

Anmerkungen:
Auxmoney – meine erste P2P-Plattform, gewünschte Summe investiert, kein weiteres Geld wird vorerst mehr eingezahlt.
Mintos – investierte Summe wird stark reduziert und verteilt auf andere Plattformen.
Bondora – Autoinvest abgeschaltet und Geld wird nach Bondora Go&Grow verschoben. Bin immernoch sehr skeptisch gegenüber Bondora.
EstateGuru – Immobilien P2P-Plattform. Derzeit wird investierte Summe etwas reduziert, ansonsten nur 1 Projekt im Status “Ausgefallen”. Zurzeit schwieriger für mich geeignete Projekte zu finden und gute Projekte sind schnell vergriffen.
Peerberry – Neu im Portfolio im Test
RoboCash – Neu im Portfolio im Test. Autoauszahlung gefällt mir sehr.
Viainvest – Neu im Portfolio im Test. Etablierte P2P-Plattform mit IBF-Lizenz in Lettland.
Moncera – Neu im Portfolio im Test. Entwickelt von Kreditanbahner (PlacetGroup)


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