Swing Trading / CFD Trading / Stock Picking als passiver Investor

Seit Beginn meiner Investitionen, habe ich überwiegend auf passive Investment gesetzt. Jeden Monat habe ich in meinen Wertpapiersparplan eingezahlt und tu das bis heute noch. Alles ist automatisiert und es läuft ohne viel Eingreifen zu müssen. Ab und zu habe ich neue ETFs in den Sparplan hinzugefügt oder die Sparsumme erhöht oder reduziert. Es ist nicht so, dass mein komplettes Portfolio rein aus passiven Investitionen besteht. Alleine der P2P-Anteil macht das Portfolio zu einen relativ aktiv verwaltenen Portfolio.

Disclaimer

Bitte beachte meinen Haftungsausschluss. Ich betreibe keinerlei Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus. In allen Wertpapieren, ETFs, Kryptowährungen und P2P-Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen! Links und Codes zu den P2P-Plattformen, sind in der Regel Affiliate-Links, bei denen Du und Ich einen Bonus erhalten.

Ich habe mich daher ein bisschen zu aktives Trading schlau gemacht und zwar gehts es um Swing-Trading und CFD-Trading. Beides habe ich ausprobiert und nun will ich meine Erfahrungen teilen. Bevor ich ins Swing Trading und CFD Trading eingestiegen bin, habe ich moch vorher natürlich schlau gemacht, denn CFDs sind sehr risikoreiche Investment Vehikel. Dazu habe ich mir auch ein Buch zugelegt und zwar “How to Swing Trade” von Brian Pezim. Das Buch erklärt sehr gut die Grundlagen, wie z.B. Chart-Patterns, Tools oder die technische Analyse. Danach versteht man ziemlich gut was es mit den ganzen Linien, die in den Charts eingezeichnet werden, auf sich zu tun hat. Man muss sich vorstellen, die Aktienkurse spiegeln eigentlich nur das Sentiment der Anleger wider. Gibt es viele Käufer als Verkäufer, dann steigt der Kurs und im anderen Fall sinkt der Kurs. Es gibt psychische Denkmuster beim Menschen, die sich durch gewisse fixe Chartmuster bzw. -entwicklungen auch aus den Aktienkurs auslesen lassen können, wodurch es manchmal möglich ist die zukünftige Kursbewegung ungefähr bestimmen zu können. Swing Trading nutzt diese Kursauschläge aus, um daraus potentielle Gewinne zu erzielen. Dabei ist der Tradinghorizont variabel, je nach Präferenzen des Traders. Beim Swing Trading wird auch auf charttechnische Instrumente und Analysen gesetzt.

Beispiele für Chart-Pattern

  • Double Top / Bottom
  • Head and Shoulders
  • ABCD
  • Flag

Neben Chart Pattern werden auch noch Indikatoren eingesetzt, um Trading Zeitpunkte zu bestimmen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • RSI (Relative Strength Index)
  • MVA (Moving Average)
    • SMA / EMA
  • MACD
  • ATR (Average True Range)

Auf jedes der einzelnen Indikatoren einzeln einzugehen, würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, falls Ihr euch dafür interessieren solltet, dann empfehle ich euch das vorhin genannte Buch! Die Indikatoren sind nützliche Informationen, die euch bei euren Trading unterstützen sollen. Sie sind keine 100% sicherern Signale auf die man sich allein stützen sollte, sondern nur in Verbindung mit eigener Recherche und Analyse.

Bitcoin Chart auf kraken.com

Swing Trading bei Kryptowährungen

Da Kryptowährungen sehr volatiles Investments sind, betrachtete ich es als perfektes Testsubjekt. Ich hab im Kryptobereich ein Teil auch als langfristiges Investment. Dieses Kapital würde ich nicht bewegen, sondern nur das eingesetzte Risikokapital. Ich habe Coins wie zum Beispiel Ethereum, Bitcoin, Polkadot, Cardano, Kusama, Flow getraded. Dabei habe ich mir jeden Trade in einer Excel-Datei eingertragen. Als ich begann waren die Kurse gerade stark im Aufwind und ich habe sehr viele Gewinne erzielen können, sodass ich in der ersten Hälfte einen Gewinn von ca. 209,05€ erzielen konnte. Meine einzelnen Trades haben nie mehr als 500€ betragen, weil ich es auch erstmal als Test angesehen habe.

CoinBuy-PriceSell-PriceProfit/Loss
FLOW24,8935,5042,05€
KUS36942717,02€
ETH15051453-5,63€
Einige meiner Trades

Die zweite Hälfte meiner Positionen sehen nicht so gut aus. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich an einige Grundprinzipien aus dem Buch nicht gehalten habe, z,B Stopp-Losses oder Profit-Takes zu setzen. Dadurch sind mir einige sehr gute Trades flöten gegangen oder auch große Verluste reingerutscht. Meine aktuellen Positionen befinden sich -613,48€ im Minus. Es ist essentiell, dass man eine Strategie verfolgt und Stopp-Losses setzt, das sind Orders, die automatisch ausgeführt werden, wenn das Anlageobjekt unter einen gewissen Wert fällt, dadurch kann man Verluste verrringern, wenn der Trade doch mal gegen einen läuft. Diese habe ich leider nicht so oft angewandt 😀

STOP LOSS LIMIT setzen, um Verluste zu reduzieren!

Ehrlich gesagt, wenn ich alle meine Trades einfach gehalten hätte, anstatt diese die ganze Zeit zu traden, dann wäre mein Gewinn mit den ersten Trades viel höher ausgefallen. Ab einer gewissen Profitmargin habe ich dann immer verkauft (3-10+%).

Swing Trading Einzelaktien

Bei Einzelaktien habe ich bisher nicht so viele Erfahrungen gemacht, weil ich eigentlich keine Einzelaktien halten möchte, sondern nur in ETFs investieren möchte. Für das Experiment habe ich mir ein Konto bei Trading212 angelegt und dann bestimmte Aktien rausgesucht. Bisher habe ich nur sehr wenige Trades mit Einzelaktien gemacht, daher sind meine Positionen sehr überschaubar. Grund hierfür ist der verbundene Zeitaufwand bei der Recherche von Aktien. Bevor ich Aktien kaufe, setze ich mich mit der Aktie auseinander und versuche sie einigermaßen zu evaluieren.

Im März 2021 gab es einen von China unterstützen Boykott gegenüber internationalen Bekleidungsunternehmen, wie z.B. H&M, Nike und Adidas. Grund dafür war die Verkündung von H&M keine Baumwolle mehr aus Xinjiang zu bestellen, weil dort vermutlich Uiguiren zur Zwangsarbeit gezwungen werden. Daraufhin hat der Staat Sanktionen gegenüber diverse Personen verhängt. Die Aktienmärkte haben sehr stark reagiert und die Kurse sind gefallen. China ist ein sehr wichtiger Absatzmarkt für Adidas und daher ist die Reaktion schon verständlich. Genau diesen Dip habe ich dann eingekauft bei ca 261,40 habe ich eingekauft, ich empfand diesen Kurseinbruch als guten Einstiegspunkt und danach folgten auch sehr zeitnah gute Nachrichten und die Aktie steht jetzt bei 313,90€. Ich habe die Adidas Aktien immernoch im Portfolio.

Mit CFD-Trading habe ich es auch ein wenig ausprobiert und zwar kannst du mit CFDs auch auf fallende Kurse setzen (auch Short-Selling) bezeichnet und sogar mit Leverage arbeiten. Das heißt, deine Positionen sind gehebelt und du kannst mehr Geld mit deinen verfügbaren Geld bewegen. Beispielsweise habe ich versucht TUI (Reisekonzern) zu shorten und zwar mit einen Hebel von 1:5. Das bedeutet du bewegst mit deinen Einsatz die 5-fache Menge an Kapital. Du kaufst also 1 TUI Sell-Option, aber in Realität willst du mit der Option also 5 TUI Aktien verkaufen, aber musst Kapital für nur 1 aufbringen. Du kannst natürlich auch auf steigende Kurse setzen, das bezeichnet man das auch als Call-Option oder Kauf-Option. Das macht CFDs auch so gefährlich, weil die Bewegung intensiviert wird.
Das deutsche Reiseunternehmen habe ich mir natürlich vorher genauer angeschaut und erkannt, dass die Umsätze extrem gesunken sind, die Verschuldung explodiert ist und Corona wohl nicht so schnell gehen würde, daher habe ich dann eine kleine Sell-Option gekauft, d.h. ich gehe von fallenden Kursen aus. Und was ist am Ende passiert? Immer mehr Deutsche Reisen nach Mallorca und Co und die Kurse steigen langsam an und meine Sell-Option verliert an Wert. Bei diesen Trades habe ich immer STOP-LOSS-LIMITS gesetzt, um Verluste zu minimieren. Irgendwann wurde es mir zu heikel und ich habe die Position geclosed. Ich hatte damals ca. 20 Positionen auf 4,10€ Kurse gekauft, aber leider ist der Kurs 4,22€ gestiegen und zu diesem Zeitpunkt habe ich die Position geclosed, also ein Verlust von -2,5€. Für den Test habe ich erstmal nur kleine Positionen aufgebaut. By the way der Kurs von TUI liegt heute bei 3,82€. Also meine Vermutung hat sich doch bewahrheitet, allerdings mit zeitlicher Verzögerung. Aufgrund des Leverage sind CFDs ein sehr gefährliches Vehikel und nur mit Bedacht einzusetzen. Professionelle Anleger oder Institutionen nutzen Optionen/CFDs zum Beispiel um ihre Positionen zu hedgen bzw. zu schützen. Richtig eingesetzt kann es ein sehr mächtiges Trading Tool sein.

Fazit

Swing Trading und CFDs Trading können, wenn sehr gut eingesetzt, die Rendite deines Portfolios nach oben treiben, aber es geht Renditepotential mit erhöhten Risikopotential einher. Was ich empfehle ist, dass man eine fixe Geldsumme trennt und dann als eigenständiges Trading Konto betrachtet. Die Summe sollte schon mindestens 5000€ betragen, ich habe mit weniger gearbeitet und dadurch sind meine Trades sehr schnell an die Grenzen gestoßen und unbedingt langfristige und kurzfristige Investments voneinander trennen. Definiere deine Spielregeln an denen du dich auch halten solltest!!

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