Risikotoleranz identifizieren und Fehler vermeiden

Um auf den Aktienmarkt und den Investmentwelt zu überleben, muss man sich unbedingt Ziele setzen, die Risikotoleranz kennen und sich eine Strategie setzen. Fehler bedeuten schlimmstenfalls den Totalverlust des eingesetzten Kapitals und dieses Ereignis muss man unbedingt versuchen zu verhindern. Sehr gefährlich ist es, wenn man versucht einfach und schnell möglichst viel Geld zu verdienen mit zum Beispiel Optionshandel oder hohen Leverage, denn das kann auch sehr böse Enden und ist in meinen Augen eher was für Profis, als für kleine Privatinvestoren wie mich. Was zudem sehr viele unterschätzen ist die eigene emotionale Schwelle, wo ich als Investor meine Entscheidungen nicht mehr anhand logischer und rationaler Pfade fälle, sondern meine Entscheidungen von meiner Emotion leiten lasse. Auch ich habe einige Fehler in meiner jungen Investmentzeit gemacht und auf diese möchte ich auch später eingehen.

Disclaimer

Bitte beachte meinen Haftungsausschluss. Ich betreibe keinerlei Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus. In allen Wertpapieren, ETFs, Kryptowährungen und P2P-Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen! Links und Codes zu den P2P-Plattformen, sind in der Regel Affiliate-Links, bei denen Du und Ich einen Vorteil erhalten.

1 Definiere dir ein Ziel

Es gibt immer einen Grund, weshalb man bestimmte Dinge tut und das selbe gilt auch fürs Investieren. Du musst Dir die Frage stellen, was willst du mit dem Investieren erreichen? Willst du langfristig Vermögen aufbauen, schnelles Wachstum oder große Gewinne einfahren? Das sind alles legitime Ziele, jeder will wohl Gewinne einfahren, um damit möglicherweise seinen Lebensunterhalt zu finanzieren und dann gibt auch Leute, die lediglich ihr Geld vor der Inflation schützen wollen und etwas Rendite verdienen wollen. Es macht schon einen Unterschied, ob ich das Geld als private Altersvorsorge anlege oder ob ich mit Investments finanziell unabhängig sein will. Aus dem definierten Ziel folgen schließlich Strategien.
Mein Ziel beim Investieren ist die Erwirtschaftung von einer guten Rendite und Gewinnen und damit die Unterstützung meines Lebensunterhaltes. Die Einnahmen aus den Zinsen/Dividenden und Kursgewinnen unterstützen deinen Einkommensstrom. Es gibt viele Blogs, die über die finanzielle Freiheit schreiben und auch ich habe schon einige Dinge darüber berichtet und es wird immer über die Portfoliogröße und Entnahmerate gesprochen, aber hier betrachten wir immer nur den Zieleinlauf, das Ende des Langlaufs. Wir unterschätzen und vernachlässigen leider oft den Fakt, dass diese zusätzlichen Ausschüttungen bereits von Tag 1 eine Unterstützung sind. Alleine wenn wir schon 20% unserer Ausgaben decken können, dann finde ich ist das schon ein Riesenerfolg und der Weg zu >100% umso mehr eine Genugtuung 🙂

2. Strategie definieren

Sobald du dein Ziel definiert hast, musst du Dir nun auch eine Strategie wählen. Dazu wählst du aus verschiedenen Anlagemöglichkeiten, um dein definiertes Ziel zu erreichen. Es gibt verschiedenste Anlagemöglichkeiten wie z.B. Dividendenstrategie, Day-Trading, Optionsscheine, ETFs, Value-Stocks, Growth-Investing, Technische Analyse etc. Passives Investieren und Aktives Investieren. Risiskoarm oder risikoreiches Investieren.
Meine Strategie ist eher von gemischter Natur und zwar investiere ich hauptsächlich in ETFs, P2P und Cryptowährungen, wobei der Anteil von P2P am Gesamtportfolio doch schon ziemlich hoch ist. Das Risiko meines Portfolios würde ich als sehr hoch einschätzen.

3. Risikoaversion kennen

Die eigene Risikotoleranz bzw. Risikoaversion richtig einzuschätzen und auch zu managen, ist meiner Meinung einer der schwierigsten Gebiete im Bereich des Investieren. Zu sehr ist unsere Risikoaversion abhängig von äußeren Faktoren und/oder Emotionen. Beispielsweise wenn die Märkte in Euphorie steigen und die Kursgewinne explodieren, wirkt sich das sicherlich auch positiv auf die eigene Stimmung und Euphorie auf. Schnell passierts, dass wir im Rausch der Euphorie, einige Spontankäufe im Allzeithoch machen, um bloß keine Gewinne zu verpassen. Das Sprichwort: “Buy high and Sell low”, wird wohl schon einigen über den Weg gelaufen sein 😉 Ich verfalle oftmals auch in die Versuchung bestimmte Positionen einfach aufzustocken, weil es gut läuft und ich mehr Gewinne einfahren will, aber man darf das Verlustrisiko nicht unterschätzen. Oft habe ich mit den Gedanken gespielt in Mintos immer mehr Geld einfließen zu lassen, sodass meine Position in Mintos extrem anwuchs und am Ende war meine Position ziemlich groß geworden. Zum Glück hat mich aber mein inneres Gewissen immer wieder abgebremst, sodass die Position langsamer anwuchs als ich es eigentlich wollte. Es gibt Bremsen oder Schranken in jedem von uns, die uns vor einen Totalausfall schützen können, anderseits können diese inneren Schutzmechanismen indirekt durch Gier, Angst, Euphorie, Wahnsinn etc. auch außer Kraft treten und ich denke in diesem Fall, wenn wir 100% nur noch nach Emotionen handeln, dann wirds gefährlich!

Lehrgeld zahlen – Meine Fehler

Jeder zahlt zu Beginn der Investitionszeit Lehrgeld und das ist auch gut so, weil wir durch Fehler lernen und auch für zukünftige Ereignisse besser gewappnet sind. Unsere Erfahrungen aus vergangenen Ereignissen, können unsere zukünftigen Entscheidungen unterstützen, aber leider auch negativ beeinflussen 😀 Ich möchte daher gerne auf ein paar Fehler von mir eingehen, wenn man sie denn überhaupt als Fehler bezeichnen darf.

1. Anlagehorizont nicht berücksichtigt

Wie bereits oben erwähnt spielt der Anlagehorizont in der Strategie eine sehr wichtige Rolle und als ich begonnen habe zu investieren, war mir bereits klar, dass ich meine Investments als private Altersvorsorge betrachten werden, das heißt mein Anlagehorizont ist sicherlich >30 Jahre. Mein erster ETF Kauf war am 09.02.2015 und damals lag der Kurs für den ETF-110 bei 39,75€. Zum Vergleich, heute beträgt der Kurs 60,46€ und das wären 65% Rendite in ca. 5 Jahren. Warum ist das jetzt eigentlich ein “Fehler”? Ehrlich gesagt handelt es sich hierbei um keinen Fehler, sondern eher um vergangene Opportunitätskosten und zwar wenn wir mit der Annahme rechnen, dass ich >30 Jahre investiert bleiben werde, dann wäre es renditetechnisch am Besten gewesen, sofort meine vollständige Anlagesumme in ETFs zu investieren. Natürlich habe ich aber den Cost-Average-Effect angewandt und zwar zum Einen, weil ich noch Student war, darausfolgend fehlten mir die notwendigen Einkommensströme und zum Anderen war meine Risikoaversion damals anders als heute. Unter Berücksichtigung aller Faktoren, war das Wertpapiersparen zu dieser Zeit für mich, die sicherste Art und Weise zu investieren. Meine Schlussfolgerung ist, dass ich früher mehr Risiko eingehen hätte können, wobei ich meine Entscheidungen bis heute nicht bereue. Vielleicht ist es auch gut, dass mein jüngeres Ich weniger Risiko eingegangen ist, andersfalls hätte ich dann auch bei Forex- oder Options-Trading landen können 😀

2. Die Gier

Das ist ein eher aktuelleres Thema und zwar geht es hier um Kryptowährungen und wie nicht anders zu erwarten, war ich auch damals auch mit dabei. Damals habe ich von den ganzen Thema irgendwie Wind bekommen und ich wusste, dass es eine Kettenreaktion auslösen würde, daher habe ich sofort etwas Kapital abgezogen und zu meiner Börse transferriert. Ich hatte Bitcoin und XRP “relativ” früh gekauft und kurze Zeit später sind die Kurse explodiert. Die Euphorie, Kurszuwächse und sozialen Medien haben mich derart mitgenommen, dass ich voller Euphorie investiert habe. Meine potentieller Gewinn war 5-stellig und nun zur Trauergeschichte und zwar habe ich an meinen Gewinn festgehalten und geglaubt das mein Gewinn sogar 6-stellig werden könnte. Ich habe “GEHODLT” und nicht verkauft. Meine Gier hat einfach überhand gewonnen und ich habe erst zu einen späteren Zeitpunkt dann den Exit genommen, Hätte ich die 1000´% Rendite (ausgedachte Zahl) mitnehmen sollen? Hm also auf einen Sparbuch bekomme ich heute bestimmt 0,01%. Die Antwort also definitv “Ja”! 😛

3. Schlechte Diversifikation

Dieses Problem hat zu keine Verlusten geführt, allerdings birgt es gewisse Risiken. Eine starke Konzentration in bestimmten Investitionen kann bei Ausfall dieser Position zu einen herben Verlust führen. Mein ETF-Portfolio bestand zu Beginn auch nur aus zwei verschiedenen ETFs, man könnte jetzt meinen, dass ein einzelner ETF bereits sehr gut diverfiziert ist, allerdings gibt es unterschiedlichste ETFs. Unterscheidungen liegen beispielsweise in der Anlageklasse, Länderallokation und Branchenspezifikation vor. Mittlerweile versuche ich meine ETFs untereinander auch zu diversifizieren und zwar besitze ich Anleihen, REITs, Emerging Markets, Developed Markes und Dividends. Außerdem versuche ich nun auch meine P2P-Investments besser zu streuen, um eine zu starke Konzentration in bestimmten Plattformen zu verhindern.

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