Leverage Investment

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Was ist Leverage?

Übersetzt bedeutet Leverage “Hebel” und wer Wirtschaft oder ähnliches studiert hat, ist auf diesen Begriff bestimmt schonmal gestoßen und zwar bedeuet “Leverage”, dass man Investitionen mit Fremdkapital tätigt und somit versucht die Eigenkapitalrendite zu steigern. Beispielsweise nehmen Unternehmen Kredite auf, um mit diesen Geld Investitionen zu tätigen, die ihnen schließlich dazu verhelfen, Gewinne zu generieren, die höher sind als die Kreditkosten. Wir sprechen dann auch von einen positiven Leverage Effekt und im Falle einer Fehlinvestition des Unternehmens, dass weniger Rendite erwirtschaftet als die Fremdkapitalzinsen, dann sprechen wir von einen negativen Leverage Effekt.

Leverage in privaten Haushalten

Auch im privaten Leben setzen wir Kredite ein, um größere Investitionen zu bewältigen, wie zum Beispiel der Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses. In diesem Fall wird oftmals 80% der benötigten Kaufsumme + Nebenkosten über einen Bankkredit bezahlt und das sind sehr hohe Summen. Wenn wir uns eine Eigentumswohnung kaufen, dann hoffen wir zum einen auf eine Wertsteigerung in der Zukunft und zum anderen sparen wir uns die Mietzahlungen an einen Vermieter. Wir zahlen dann Hausgeld und ggf. auch Instandhaltungskosten oder Modernisierungsmaßnahmen. Indirekt erhoffen wir durch unsere Investitionen in eine Wohnung eine zukünftige Wertsteigerung zu erzielen. Natürlich spielen neben der finanziellen Aspekte, auch die Sicherheit eine wichtige Rolle. Ist das Haus bzw. die Wohnung einmal abgezahlt, befindet sich diese Asset in unseren Besitz und bietet uns einen warmen und geschützen Wohnort.
Neben Häusern und Wohnungen können wir zudem auch Autos, Uhren, Fernseher, Küchen etc. auf Fremdkapital finanzieren. Nur stelllt sich hier die Frage, ob durch diese “Investitionen” tatsächlich auch eine positive Rendite erzielt werden kann. Für viele ist ein Auto unerlässlich, um z.B. zur Arbeit zu gelangen, aber der Kauf einer Uhr auf Kredit ist diesmal doch sehr fraglich. Luxusuhren haben dann doch nur ein Statussymbol.

Leveraged Investment – Kredite für Investitionen aufnehmen?

Nun kommen wir zu einen sehr heiklen Thema und zwar Leveraged Investments und zwar bedeutet das, dass wir Fremdkapital einsetzen, um z.B. Investitionen auf den Finanzmärkten zu tätigen, in der Hoffnung am Ende eine positive Rendite zu erzielen. Diese Art des Investieren ist mit sehr hohen Risiko verbunden, doch wird Leverage vor allem in großen Unternehmen und Banken im großen Stil eingesetzt. Intelligent und wissend eingesetzt, kann Leverage die Eigenkapitalrendite steigern und die Gewinne fördern. Beispielsweise hat Amazon eine sehr lange Zeit nur Verluste gemacht, doch wenn man genauer hinschaut, dann erkennt man, dass das eine bewusste Wachstumsstrategie von Amazon war und zwar haben sie die Profite in Projekte, Modernisierungen, Erweiterungen und Innovationen gesteckt, wodurch sie heute an der Spitze der Unternehmenswelt stehen und unaufhörlich weiterwachsen. Neben den eigenen Profiten, hat Amazon auch Bankkredite aufgenommen, um die Projekte finanzieren zu können. Um die heutige Größe zu erreichen, waren enorme Investitionssummen notwendig und hätte Amazon diese Projekte versucht nur durch den Cashflow der Marktplatzgebühren zu finanzieren, dann wäre Amazon nicht das was es heute ist.

Was hältst du von Kredite für Investitionen auf den Aktienmarkt?

Es kommt drauf an und zwar muss ich mir folgende Frage stellen und zwar: “Warum investiere ich auf den Aktienmarkt?” Willst du den schnellen Gewinn einheimsen und auf gut Glück in eine Aktie investieren, dann rate ich dir sofort davon ab! Der Aktienmarkt ist in meinen Augen eine langfristige Angelegenheit und zwar spreche ich hier von einen Anlagehorizont von mehreren Jahren und im Daytrading kenne ich mich nicht aus, allerdings wenn du wirklich eine Kaufgelegenheit entdeckst hast und diese mit aussagekräftigen Fakten belegen kannst, dann sieht es wieder ganz anders aus!

Nehmen wir an, du willst 10000€ heute anlegen, aber du verfügst nicht über die ausreichenden finanziellen Mittel. Deine Einkommensituation ist gut und die Kreditkonditionen sind günstig, dann könnte es in diesem Fall Sinn machen, den Kredit aufzunehmen und Investitionen zu tätigen. Falls du sowieso die Absicht hattest diese Anlagesumme investiert haben zu wollen, ermöglicht dir der Bankkredit deine gewünschten Positionen schneller aufzubauen und du verringert deine Opportunitätskosten. Sicher ist es besser, wenn du dein Eigenkapital dazu verwendest, um die Rendite durch Kreditzinsen nicht zu schmälern, aber nicht jeder hat jetzt 10000€ zur Verfügung. In Rahmen deiner finanziellen Bedingungen kann es hilfreich sein Leverage einzugehen, allerdings erhöhst du mit Leverage aufjedenfall auch dein Risiko. Bei Immobilienkäufen ist das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Fremdkapital durchschnittlich 20 zu 80 und damit hast du bereits einen sehr hohen Verschuldungsgrad. Was bedeutet das nun für dich? Du bist extrem abhängig von der Bank und musst stets dafür Sorge tragen, dass du die monatlichen Raten tilgen kannst, zudem kommen die Fremdkapitalzinsen hinzu und das drückt nochmal ordentlich auf dein Einkommen.

Welche Faktoren sprechen für Leverage als Privatinvestor?

  1. Niedriger Verschuldungsgrad – Sind überhaupt keine Schulden vorhanden, dann ist eine Erhöhung des Verschuldungsgrads interessant
  2. Regelmäßiges Einkommen – Banken setzen generell voraus, dass man ein regelmäßiges Einkommen aufweisen kann und zudem ist das Einkommen meistens eure einzige Säule und wenn dieser Einkommensstrom abbricht, dann könnten die Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden und ihr geratet in eine Teufelsspirale.
  3. hohe Sparrate – Ihr habt eure Kosten im Griff und könnt monatlich einen Großteil zur Seite legen. Es macht keinen Sinn, wenn ihr monatlich 95% eures Einkommens verbraucht und 5% investieren wollt. Euer Einkommen kann diese Belastungen nicht tragen!
  4. Wissen ist vorhanden – Ihr kennt eure Risikoaversion, eure Strategie und ihr kennt euch in euren Investitionsarten aus.
  5. Günstige Kreditkonditionen – Ideal sind Kredite mit sehr geringen Zinssätzen (1-3%), die man allerdings nur mit sehr guter Bonität erhält. Euer Gewinn ist die Differenz zwischen erzielbarer Rendite und des Kreditzinses. Je niedriger der Kreditzins, umso besser für euch!

Zusammenfassend kann man sagen, dass Leverage Segen und Fluch zugleich ist. Für Unternehmen ist es essentiell Fremdkapital aufzunehmen, um damit größere Projekte finanzieren zu können und ohne Kreditmarkt würde unsere globale Wirtschaft zusammenbrechen. Richtig eingesetzt, kann Leverage deinem Portfolio das gewisse etwas geben und dich auf deine gewünschte Position bringen, allerdings mit den Preis des erhöhten Risikos. Höhere Rendite geht immer einher mit höheren Risiko!

Ein paar Tipps wie du das Risiko deines Portfolio etwas mindern kannst.

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