Erfahrungen zu Immobilien Crowdfunding

Disclaimer

Bitte beachte meinen Haftungsausschluss. Ich betreibe keinerlei Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus. In allen Wertpapieren, ETFs, Kryptowährungen und P2P-Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen! Links und Codes zu den P2P-Plattformen, sind in der Regel Affiliate-Links, bei denen du Vorteile hast und ich eine kleine Provision verdiene.

Was ist Immobilien Crowdfunding?

Crowdfunding ist eine neue Art der Finanzierung von Immobilienprojekten und zwar wird über Plattformen, wie z.B. EstateGuru, Geld von Investoren eingesammelt, die bereit sind in ausgewählte Immobilienprojekte zu investieren und dafür werden sie mit Zinsauszahlungen belohnt. Nochmal kurz ausgedrückt, wenn jemand Geld für eine Immobilieninvestition benötigt, kann er eine Finanzierung auf der Plattform beantragen und Investoren können nun in das Projekt invesiteren. Es handelt sich hierbei um einen Marktplatz zwischen zu finanzierenden Immoilienprojekten und Investoren, die bereit sind in diese Projekte zu investieren.
Es nennt sich deswegen Crowdfunding, weil es sich meistens nicht nur um einen Investor handelt, sondern können gleichzeitig mehrere Investoren am Projekt beteilgt sein. So ist es möglich bereits mit geringen Summen an Immobilienprojekten sich zu beteiligen und Zinsen zu erwirtschaften.

Mein Erfahrungen zu EstateGuru nach 1 Jahr und 2 Monaten

Ich selber bin auf EstateGuru und Bergfürst investiert. EstateGuru ist eine lettische Plattform mit Sitz in Riga und auch erst seit kurzer Zeit auf dem Markt und bietet die Möglichkeit in verschiedene Immobilienprojekte zu investieren. Es werden Projekte aus unterschiedlichen Ländern angeboten, wie z.B. aus Lettland, Estland, Litauen und Finnland. Auf dem Primärmarkt werden die derzeit verfügbaren und auch vergangenen Projekte angezeigt und detaillierte Informationen erhält man schließlich auf den Detailseiten, aber auch auf der Übersichsseite sieht man bereits die angebotenen Zinssätze, das Investitionsvolumen, die Laufzeit und Kennzahlen, wie z.B. dem LTV.

Projekte auf dem Erstmarkt

Derzeitige Kennzahlen auf EstateGuru

Derzeit beträgt meine von EstateGuru angegebene Rendite 11,73% und derzeit befindet sich ein Immobilienprojekt im Ausfallstatus und wird derzeit versteigert. Es kann also sein, dass es sich dabei um kein Totalverlust handelt. In der unteren Grafik lassen sich auch einige Statistiken auf EstateGuru einsehen, wie beispielsweise anteilig die Herkunftsländer der Immobilienprojekte und im mittleren Kreisdiagramm sehen wir, sind die Mehrheit der Projekte mit einer erstrangigen Sicherheit gesichert. In der letzten Grafik sehen wir dann die Aufteilung in den Kreditarten. 14 Projekte sind bereits abgezahlt und mittlerweilse gibt es auch einen Sekundärmarkt, wobei eine Transaktionsgebühr bei Verkauf der Immobilie verlangt wird. Ich persönlich verwende derzeit nicht die Autoinvest-Funktion, weil die Mindestanlagesumme in einen Projekt 50€ beträgt und um eine gute Diversifikation zu erreichen, müsste ich dann mindestens 5000€ investieren, deshalb wähle ich meine derzeit Projekte manuell aus.

Statistiken auf EstateGuru

Meine Beurteilung zu EstateGuru

EstateGuru ist eine erst ziemlich junge Plattform, die jedoch einen sehr modernen Webauftritt entwickelt hat und bisher arbeitet das EstateGuru Team sehr transparent. Es werden in regelmäßigen Blogbeiträgen über interessante Meldungen berichtet und die allgemeine Statistik über alle Immobilienprojekte hinweg ist für alle Anleger einsehbar. Wir können sehen wie hoch der Anteil der ausgefallenen Projekte ist und wie hoch das Investitionsvolumen insgesamt ist. Die Investition in Projekte ist sehr einfach und bequem und es lassen sich zu jedem Projekt viele Informationen zu jeden einzelnen Projekt einsehen.

Wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten und es gibt ein paar Punkte, die mich etwas stören auf EstateGuru. Dieses Problem ist allerdings nicht nur auf EstateGuru beschränkt, sondern betrifft alle Crowdfunding Plattformen im Bereich Immobilien und zwar meine ich die Informationsbereitstellung. Wir als Privatinvestoren sind leider abhängig von der Qualität und Richtigkeit der von EstateGuru bereitgestellten Informationen. Auf den Plattformen erhalten wir Informationen, wie z.B. Standort, LTV (Loan-to-Value), Zinssatz, Projektart u.s.w. Für uns Privatinvestoren sind das auch nur begrenzte Informationen, die uns zur Verfügung stehen, um die Investition zu beurteilen. Für uns ist es meistens nicht möglich, die Immobilie vor Ort zu begutachten oder meistens fehlt auch ein Prospektblatt mit Infos zur Standortanalyse oder eine Mittelzweckbeschreibung. In diesen Punkten finde ich Bergfürst viel stärker, dort erhalten wir sehr ausführliche Informationen zum Immobilienprojekt. Aus diesem Grund ist die Diversifikation in viele Projekte besonders wichtig und um Ausfälle besser abfangen zu können, denn auf EstateGuru gibt es auch keine Rückaufgarantie, wie z.B. bei Mintos es der Fall ist. Das Schlagwort ist also Diversifikation!

Meine Erfahrungen mit Bergfürst

Bergfürst ist eine Crowdfunding Plattform für überwiegend deutsche Immobilienprojekte, wobei es ab und zu auch Projekte in Österreich und Spanien gibt. Es handelt sich bei Bergfürst auch um eine Plattform, wo Investoren und Projektinitiatoren zusammentreffen und Privatinvestoren selbst entscheiden können, ob sie in das Projekt investieren wollen oder es lieber sein lassen. Ich finde die Plattform sehr übersichtlich und schlicht gehalten und wichtige Informationen zum Anlageportfolio lassen sich schnell finden. Zurzeit bin ich in 16 Projekten investiert, was eigentlich ziemlich gering ist und das liegt daran, dass bei Bergfürst nur spärlich neue Projekte angeboten werden. Woran das liegt, weiß ich leider auch nicht. Aufgrund dieser Einschränkung ist eine Diversifikation in viele Projekte sehr schwierig und in kurzer Zeit nicht umsetzbar. Was für mich ein großer Minuspunkt ist!

Detailseite eines Projektes auf Bergfürst

Meine Kennzahlen für Bergfürst

Wie bereits oben erwähnt, habe ich insgesamt in 16 Projekte investiert und meine Rendite beträgt derzeit 6,29%. Im Vergleich zu anderen Crowdfunding Plattformen ist die Rendite bei Bergfürst viel geringer, allerdings kommen die meisten Projekte aus Deutschland und die Investitionen sind damit in meinen Augen etwas sicherer als bei EstateGuru. Derzeit habe ich auch keine Ausfälle zu beklagen. Angesichts der wenigen Projekte und der daraus resultierenden schlechten Streuung, kann ich mein Portfolio nur sehr langsam ausbauen. Ansonsten finde ich die Plattform sehr gut und die Informationsdarstellung ist hervorragend. Das Expose und Verkaufsinformationsblatt sind sehr detailliert und ausführlich und geben uns einen sehr guten Eindruck in das Immobilienprojekt. Ich empfehle Bergfüst, aber aufgrund der geringen Streuungsmöglichkeit, würde ich in Bergfürst nur ein sehr geringen Anteil des Portfolios investieren.

Immobilien Crowdfunding Plattformen die Zukunft?

Crowdfunding Plattformen im Bereich Immobilien ist derzeit noch ziemlich Neuland und auch mit großer Vorsicht zu genießen. Auf keinen Fall würde ich sehr große Summen in einzelne Projekte investieren, sondern wenn möglich die Summe in mehrere Projekte zerlegen. Bei EstateGuru funktioniert das sehr gut, allerdings sieht es bei Bergfürst eher mau aus. Eine andere deutsche Immobilienplattform ist Exporo, in der ich allerdings nicht investiert bin. Letztendlich entschied ich mich aufgrund der geringen Mindestinvestitionssumme für Bergfürst.

Ich denke Crowdfunding Plattformen sind eine sehr interessante Entwicklung im Finanzbereich, schließlich ermöglichen uns die Plattformen in Kredite und Immobilien zu investieren und das bereits mit kleinen Summen. Das bedeutet also, das der kleine Privatanleger mit Hilfe der Plattformen Zugang zum Kredit- und Immobilienmarkt hat, der früher sonst nur von Großinvestoren und Banken dominiert wurde.

Neben Aktien und ETFs haben wir nun auch die Möglichkeit im Kredit- und Immobilienmarkt zu investieren und damit können wir unser Portfolio weiter diversifizieren. Allerdings ist der P2P-Markt ein noch sehr junger Markt und daher sollte man Vorsicht wahren lassen. Die Renditen im P2P sind zudem relativ lukrativ und zahlen meistens auch regelmäßig Zinsauszahlen, sodass wir uns damit ein passives Einkommen aufbauen können.

Wir tragen einen kleinen Beitrag zur Immobilienmarktentwicklung bei und fördern die Investition von Immobilienprojekten in Deutschland und anderen Ländern. Es gibt mittlerweile unzählige Plattformen und die richtige Plattform auszuwählen, stellt sich als eine große Herausforderung dar. Für mich spielten folgende Faktoren eine bedeutende Rolle, zum einen das Gesamtinvesittionsvolumen, denn das deutet auf eine gut etablierte und erfahrene Plattform hin und zum anderen ist für mich die Präsentation der Informationen und die Übersichtlichkeit des Webauftritts wichtig. Die Beurteilung der Immobilienprojekte ist auch für uns Anleger sehr wichtig, allerdings müssen wir uns stets daran errinnern, dass es sich hierbei um eine asymmetrische Informationsverteilung handelt. Bei der Investitionsentscheidung fehlen uns leider einige wichtige Informationen, deswegen ist die Diversifikation unser bester Schutz auf Crowdfunding Immobilienprojekten.

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