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Der Crash ist da, was soll ich jetzt machen?

Disclaimer

Bitte beachte meinen Haftungsausschluss. Ich betreibe keinerlei Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus. In allen Wertpapieren, ETFs, Kryptowährungen und P2P-Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen! Links und Codes zu den P2P-Plattformen, sind in der Regel Affiliate-Links, bei denen du Vorteile hast und ich eine kleine Provision verdiene.

Am 26. November 2019 schrieb ich einen Artikel über Maßnahmen bei einen drohenden Finanzcrash und in den letzten Tagen und Wochen hat sich der Crash leider bewahrheitet. Ihr könnt mich nun als einen Finanz-Guru bezeichnen 😛 Damals als ich den Artikel geschrieben habe, befürchtete ich dass die Finanzmärkte stark überhitzt waren und es nur noch eine Frage der Zeit war, ehe die Kurse einbrechen würden. Die enormen Kurszuwächse sind meiner Meinung dem billigen Geld der EZB zuzurechnen, wodurch viel Geld Richtung Aktienmärkte geflossen ist und die Kurse damit nach oben getrieben worden sind. Aufgrund der niedrigen Zinsen haben die Anleger keine andere Wahl als in den Aktienmärkten auszuweichen, denn auf Tagesgeldkonten, Anleihen und anderen Geldkonten wird es auf langer Sicht keine Zinsen mehr geben. Besonders Sparer trifft diese Nullzinspolitik hart, denn auf Sparguthaben gibt es so gut wie keine Zinsen. Die Sparer werden indirekt also enteignet. Zudem zeigten sich bereits Ende des Jahres 2019 bereits Abkühlungseffekte in der Wirtschaft auf. Die Gesamtauftragslage der Unternehmen hatte sich etwas abgekühlt und die Aktienmärkte schienen immer mehr von der Realwirtschaft abgekoppelt worden zu sein. Die Aktienmärkte wuchsen schneller als die Realwirtschaft und in meinen Augen verursacht das Spekulationsblasen auf den Finanzmärkten.

Ich bin extrem im Minus, was soll ich tun?

Der aktuelle Crash hat auch in meinen ETF-Portfolio Spuren hinterlassen und derzeit befindet sich mein Portfolio -4,55% im Minus. Ich rechne allerdings mit weiteren Kurseinstürzen in der Zukunft. Die Märkte werden sich erst langsam erholen. Noch bevor ich meinen Artikel über den drohenden Crash fertig geschrieben hatte, leitete ich einige dort beschriebene Maßnahmen ein. Ich erhöhte meinen Anteil an ETF-Staatsanleihen und inkludierte sehr früh Gold-Zertifikate in mein Portfolio. Gold und Anleihen sind nicht so stark eingebrochen wie Aktien und haben sich als gute Anker im stürmischen Aktienkurswellengang erwiesen und zudem habe ich meine Bargeldreserven etwas anwachsen lassen, um im späteren Verlauf neue Anteile nachzukaufen. Meine Devise ist daher immer eine gute Diversifikation, um solche extremen Kurseinbrüche mental zu überstehen und nicht in Panik zu geraten. Ich habe generell einen sehr langen Anlagehorizont und daher beeinflusst mich dieser Crash nur sehr geringfügig. Daher empfehle ich euch eure Anlagestrategie kontinuierlich zu verfolgen und ggf. anzupassen, stoppt auf keinen Fall eure monatlichen Zukäufe oder verkauft bitte nicht aus Angst.

Kurskorrekturen sind gut für den Finanzmarkt

Kursschwankungen gehören zum Alltag der Finanzwelt und auch solche extremen Kurzabstürze gehören leider auch dazu. Ich errinnere mich als ich erst gerade begonnen hatte zu investieren, waren die Kurse extrem eingebrochen und der Grund dafür war die Angst vor den chinesischen Schattenbanken und die extreme Verschuldung Chinas. Die Märkte befürchteten, dass dieses Konstrukt irgendwann platzen würde und der chinesische Finanzmarkt in sich kollabieren würde. Noch heute sind die Schattenbanken in China ein ernst zunehmendes Problem, welches die Regierung so gut wie möglich versucht zu kontrollieren. Ich glaube mein Portfolio war damals ca. -20% im Minus und ich hatte damals erst kürzlich begonnen mit den Investitionen. Ich habe aber die Ruhe bewahren! 🙂

Aktienkursentwicklung vom ETF110

Solche Korrekturen sind meiner Meinung notwendig für einen gut funktionierenden Markt. Stellt euch vor ihr trainiert und werdet immer besser, schneller und stärker und eure Kraft wächst und wächst, aber irgendwann stoßt ihr auch an eure Grenzen oder die physikalischen Gesetze treten ein und verlangsamen euren Wachstumsprozess. Erholung ist wichtig für unseren Körper und so sieht es auch auf den Finanzmärkten aus. Ein Aktienmarkt der immer mehr von der Realwirtschaft abgekoppelt ist, kann auf Dauer einfach nicht funktionieren und wird höchstwahrscheinlich implodieren, sobald die Leute zurück in der Realität angekommen sind. Es genügt lediglich ein Funke und das Fass explodiert und in diesem Fall ist es die Angst vor dem Corona-Virus und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Es ist bereits wahrscheinlich, dass diese Pandemie enorme Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird. Die Tourismisbranche ist wohl am stärksten betroffen, aber auch die Produktivität wird einen Schlag abbekommen haben. Wenn ganze Städte wegen Eindämmungsversuchen von der Außenwelt abgeschottet werden und die Produktion lahmgelegt wird, dann führt das zu schwächeren Wirtschaftswachstum und natürlich werden die Märkte darauf reagieren.

Bleibe ruhig und verfolge deine Strategie weiter

Erst einmal heißt es Ruhe bewahren und jetzt musst du erstmal Revue pasieren lassen. Sollten Dich diese Kurseinbrüche sehr stark mitgenommen haben oder gefährden diese Kurse deine zukünftige oder baldige Rente, dann solltest Du unbedingt deine Strategie ggf. überprüfen und vielleicht den Aktienanteil im Portfolio verringern. Das heißt du musst deine Risikoaversion kennen. Generell gilt die Regel, dass Personen mit baldigen Renteneintritt einen geringen Aktienanteil haben sollten, als im Vergleich zu jüngeren Personen. Denn solche Kurzschwankungen könnten die Ersparnisse gefährden.
Studien belegen, dass wir Menschen dazu neigen, Verluste stärker wahrzunehmen und zu bewerten als Kursgewinne. Daher empfehle ich Leuten nur Geld zu investieren, was sie tatsächlich auch beiseite legen können und Reserven für mehrere Monate aufzubauen.

Wir alle haben neben unseren “Aktienproblemen” auch andere Dinge in unseren Leben, die uns beschäftigen und deshalb müssen wir versuchen unsere Emotionen von unserer Finanzstrategie abzukoppeln und das gelingt am Besten, wenn wir unsere Risikoaversität kennen, eine gute Diversifikation haben und die Investitionen auf Autopilot laufen. Die Medien und das Social-Media überfluten uns bereits mit Informationen, unsere Arbeit und Familie sind bereits zwei Vollzeitjobs zugleich, dann müssen wir unbedingt aufpassen, dass nicht noch unsere eigenen Investitionen uns auf den Geist gehen.

Ich nutze diese Korrektur, um meine Investitionen kontinuierlich fortzusetzen und nun ist vielleicht auch ein guter Zeitpunkt um einzusteigen, weil die Aktienmärkte sich nun etwas abkühlen. Gegen den Strom schwimmen und die Chance nutzen!

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